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Telepolis special ZUKUNFT (mit DVD)
Artikel Nr. TEL002
Die Zukunft geht uns alle an - doch was sie uns bringen wird, weiß niemand. Gleichwohl wagt dieses Telepolis-Special einen Blick weit voraus und zeigt in zahlreichen Beiträgen, was uns erwarten könnte.
Wir baten namhafte Wissenschaftler, renommierte Wissenschaftsjournalisten und Science-Fiction-Autoren, ihr Wissen in diesem Telepolis-Sonderheft bereitzustellen, darunter Nobelpreisträger Steven Weinberg, Microsoft-Gründer Bill Gates, Astronomie-Professor und TV-Star Harald Lesch, die Science-Fiction-Autoren Wolfgang Jeschke, Marcus Hammerschmitt und Herbert W. Franke - und nicht zu vergessen Visionär Arthur C. Clarke in seinem letzten Interview. Futurologen fehlen übrigens weitgehend. Warum das so ist, kommentiert Bestseller-Autor Andreas Eschbach: Diese Branche liegt mit ihren Vorhersagen einfach zu oft daneben.
Unsere Autoren laden auf eine Reise in die zukünftige Welt der Roboter ein, ins Zeitalter der Quanteninformatik, ins interstellare Raumfahrtzeitalter und zum ersten Kontakt mit außerirdischem Leben. Am Ende unseres Zeitpfeils blickt das Telepolis-Special sogar tausend Jahre in die Zukunft: Im Jahr 3009 bewegen wir uns zwischen intelligenten Androiden und fühlenden Cyborgs, denken in Superstrukturen und speichern Wissen im Galactic Wide Web - oder hat doch Alan Weisman Recht, der beschreibt, wie New York in 1000 Jahren ohne den Menschen aufblüht?
Die spektakulären Illustrationen, die das ganze Heft zieren, stammen von Frank R. Paul, dem Pionier der Science-Fiction-Kunst. Manche Bilder sind über 80 Jahre alt - und passen erstaunlich gut zu den Beiträgen. Die Illustrationen wurden aufwendig digital restauriert, um sie in neuem Glanz zu präsentieren.
Inhaltsverzeichnis
Zukunft und Zukunftswissenschaft
Nach vorn in die Zukunft: Science-Fiction-Autoren sind die besseren Futurologen - Harald Lesch, Harald Zaun
Die Stunde der Zukunftsmacher: Anmerkungen zur Zukunftskonferenz 2008 - Andrea Naica-Loebell
Pionier der Zukünfte: H. G. Wells - der Mann, der die Zukunft entdeckte - Elmar Schenkel
Den Vogelflug richtig deuten: Wie die modernen Auguren extrapolieren - Andrea Naica-Loebell
Ziemlich danebengelegen: Fehlprognosen bekannter Zukunftsforscher - Andreas Eschbach
Die Welt von übermorgen - bis 2100
Mein Roboter - Dein Roboter: Zukünftig bestimmen Roboter den Alltag - Bill Gates
Invasion der Nanobots: Fertigungsmethoden der Zukunft - Niels Boeing
Maschinenmenschen von morgen: Wie uns die Roboter überholen werden - Hans Moravec
Eine Theorie für alles: Bis 2050 soll die Weltformel unter Dach und Fach sein - Steven Weinberg
Urknall im Ringtunnel: Die Stunde der quantenphysikalischen Wahrheit - Rüdiger Vaas
Ohne Plan B geht es nicht: Stromerzeugung im späten 21. Jahrhundert - W. Wayt Gibbs
Quanten werden anders bleiben: Ein Rückblick aus der Zukunft auf die Quantenwelt - Thomas Görnitz
Das Los der Globalisierung: Verlierer, Gewinner und Opfer der künftigen Welt - Franz Josef Radermacher
Es wird eng auf der Erde: Immer mehr Menschen - immer mehr Megacitys - Andrea Naica-Loebell
Programmierte Katastrophe: Das kommende Zeitalter der Panikwaffen und Kampfroboter - Florian Rötzer
2100 - maritime Gefahr: Wie das Klima der Zukunft die Erde verändern könnte - Maren Wernecke
Vorstoß der Terrestrischen: Der Einstieg ins interplanetare Raumfahrtzeitalter - Hans-Arthur Marsiske
Aliens im Visier: SETIs Sprung ins 21. Jahrhundert hat begonnen - Harald Zaun
Europas Raumfahrtpläne: Bemannte Mission im 21. Jahrhundert - Interview mit Ex-Astronaut Gerhard Thiele
Die Welt der fernen Zukunft - bis 3009
First Contact: Die Sonne des Anaximandros - eine Erzählung - Wolfgang Jeschke
Die Zukunft der fernen Zukunft: Ein privat-familiäres Exklusiv-Interview mit Harald Lesch - Harald Zaun
3001 - Odyssee im Weltraum: Letzte Gedanken von Sir Arthur C. Clarke (1917 -2008) - Saswato R. Das
Griff nach den Sternen: Homo sapiens spaciens und die zukünftige Eroberung des Weltalls - Hans-Arthur Marsiske
Zukunft des Wissens: Der Übergang menschlichen Wissens in kognitive Superstrukturen - Goedart Palm
Transhumanismus: Zwischen denkenden Androiden und fühlenden Cyborgs - Bernd Vowinkel
Metaintelligenz: Wie und wohin sich unsere Intelligenz entwickeln könnte - Herbert W. Franke
Der Methusalem-Faktor: Das Ende der Krankheiten und die relative Unsterblichkeit - Andreas Eschbach
Galactic Wide Web: Vom galaktischen Internet zum Universal Web - Haiko Lietz
Menschenleere Stadt: Wie New York ohne uns in 1000 Jahren "aufblühen" könnte - Alan Weisman
20. Juli 2969: Staub oder die Melancholie im Kriege - eine Erzählung - Marcus Hammerschmitt
Eingriff in die Raumzeit: Wie unsere Nachfahren Raum und Zeit manipulieren könnten - Rüdiger Vaas
Die DVD der Europäischen Kommisson enthält acht ausgewählte Beiträge des TV-Wissenschaftsmagazins Futuris. Das Magazin wird von der Europäischen Kommission herausgegeben und in sieben Sprachen über verschiedene Sender ausgestrahlt. Alle Sprachversionen sind auf der DVD enthalten.
Das Themenspektrum reicht von der Entwicklung von Raumfahrtrobotern über Umweltthemen und Klimaforschung in der Artis bis zu Fortschritten der Wasserstofftechnik. In den Beiträgen wird Forschung anschaulich erläutert und zahlreiche Experten kommen in Interviews zu Wort:
- Roboter im All: Die neuen Planeten-Entdecker
- Wasserstoff-Wirtschaft: Die Möglichkeiten nutzen
- Vorhersagen: Die neuen Wetter-Detektive
- Arktik-Forschung: Den Klimaveränderungen auf der Spur
- Neuartige Bedienkonzepte: Kommunikation mit Computer
- Wolga: EU-Umweltforschung in Russland
- Nahrungsforschung: Fisch für die Zukunft
- Lärmforschung: Leise in der Großstadt
Weiter Informationen über die Autoren, das Editorial und die Zeichnungen finden Sie auf der Detailseite (unten links anklicken).
ca. 140 Seiten
Heise Verlag, 2009
Eine weiteres TELEPOLIS special zum Thema KOSMOLOGIE finden Sie hier
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
sowohl die Vergangenheit, die irreversibel feststeht, als auch die Gegenwart, die für unsere Sinne allenfalls drei Sekunden lang währt, sind gefangen im Zeitstrom. Und dennoch gibt es einen vielversprechenden Weg, diese Linearität zu durchbrechen. Dazu brauchen wir den Zeitpfeil noch nicht einmal anzuhalten oder umzukehren, sondern wir überholen ihn einfach!
Dem Zeitpfeil voraus - das ist das Ihnen vorliegende Telepolis-Special im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zukunftsschau startet mit einem Blick auf die nächsten hundert Jahre und dringt dann in zeitliche Gefilde vor, in die sich bislang noch kein anderes (populär-)wissenschaftliches Magazin gewagt hat: sage und schreibe 1000 Jahre in die Zukunft.
Damit unsere fiktive Expedition gleichwohl nicht zu einem rein trivial-fantastischen Abenteuer verflacht, haben für dieses Magazin namhafte Wissenschaftler, renommierte Wissenschaftsjournalisten und Science-Fiction-Autoren zur Feder gegriffen. Diese gesunde Mischung scheint vielversprechend, avancierte doch schon Ende des 19. Jahrhunderts der Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalist H. G. Wells zum ersten "echten" Science-Fiction-Autor, dessen Prognosen erstaunlich treffsicher waren - ganz im Gegensatz zu den Voraussagen der Futurologen. Wie fehlerhaft diese Branche zeitweise extrapolierte, legt Bestseller-Autor Andreas Eschbach sehr anschaulich dar.
Unsere Experten thematisieren unter anderem die künftigen Gefahren der Nanotechnologie, der Überbevölkerung und die des Klimawandels und zeigen die Chancen der Raumfahrt, Robotik oder Quantenphysik auf. Was sich aber dabei auch immer an überraschenden Schlussfolgerungen herauskristallisiert - die Zukunft liegt in unserer Vorstellungskraft.
Lassen Sie deshalb Ihrer Fantasie freien Lauf, und wagen Sie mit uns den Schritt ins nächste Jahrtausend, im Bewusstsein, dass der Schlüssel zu den Zukünften nicht immer im Wissen, sondern auch in unserer Imaginationskraft liegt. Die sich wie ein roter Faden durch dieses Sonderheft ziehenden faszinierenden Retro-Bilder vom Großmeister der Science-Fiction-Illustration Frank R. Paul sind hierfür das beste Beispiel.
Nehmen wir Albert Einstein, einen der größten Mitgestalter der Zukunft dieses Planeten, beim Wort: "Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
Viel Spaß bei der Entdeckung unserer Zukünfte wünscht
Dr. Harald Zaun
Autoren
Niels Boeing, geb. 1967 in Bochum, studierte Physik mit den Schwerpunkten Astrophysik und Wissenschaftstheorie an der RWTH Aachen und der TU Berlin. Er war von 1998 bis 2002 Redakteur bei der "Woche", Hamburg, und arbeitet seitdem als freier Wissenschaftsjournalist und Buchautor.
Saswato R. Das arbeitet als Wissenschaftsjournalist und schreibt unter anderem für International Herald Tribune, Los Angeles Times und New Scientist.
Andreas Eschbach, geboren 1959 in Ulm, schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Er studierte Luft- und Raumfahrttechnik. Für seinen ersten Roman "Die Haarteppichknüpfer" erhielt er 1996 den "Literaturpreis des Science Fiction-Clubs Deutschland". Bekannt wurde er durch den Thriller "Das Jesus-Video" (1998), der im Jahr 1999 drei literarische Preise gewann, zum Taschenbuchbestseller avancierte und verfilmt wurde. Mit "Eine Billion Dollar" (2001) und "Der Letzte seiner Art" (2003) und "Der Nobelpreis" (2005) stieg er endgültig in die Riege der deutschen Top-Thriller-Autoren auf.
Prof. Dr. Herbert W. Franke, geb. 14. Mai 1927 in Wien, zählt zu den renommiertesten Science-Fiction-Autoren Deutschlands. Er studierte Physik, Mathematik, Chemie, Psychologie und Philosophie an der Universität in Wien. Seit 1957 ist er freier Schriftsteller und gewann zahlreiche Preise. Sein Spezialgebiet: Utopie und Zukunftsforschung sowie Beziehungen zwischen Kunst, Naturwissenschaft und Technik. er gilt als Pionier der Computerkunst und ist Mitbegründer des Festivals "Ars Electronica" in Linz/Donau.
William H. ("Bill") Gates III. ist Mitbegründer und Vorsitzender von Microsoft. Während Gates an der Harvard-Universität studierte, entwickelte er 1970 eine Version der Programmiersprache Basic für den ersten Mikrocomputer, den MITS Altair. Gates brach sein Studium ab, um seine Energie ganz in Microsoft zu stecken, die Firma, die er von 1975 bis 2008 mit seinem Freund Paul Allen leitete. Im Jahr 2000 gründeten Gates und seine Frau die Bill- und Melinda-Gates-Stiftung.
Wayt Gibbs ist Chefredakteur bei Intellectual Ventures und schreibt als freier Mitarbeiter über Wissenschaft und Technik. Seine Karriere führte ihn vom Fellow der Knight Science Journalism Fellowships am MIT zum leitenden Redakteur bei Scientific American.
Dr. Thomas Görnitz ist seit 1994 Professor für Didaktik der Physik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und Vorsitzender der Carl Friedrich v. Weizsäcker-Gesellschaft. Seit 1996 ist er Mitglied der Arbeitsgruppe Theologie und Naturwissenschaft an der Universität Frankfurt und gehört auch dem Arbeitskreis Philosophie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft an.
Marcus Hammerschmitt, M. A., ist freier Schriftsteller und Journalist, geb. 1967. Er studierte Philosophie und Germanistik. Ausgewählte Veröffentlichungen: "Der silberne Thron", Hörspiel SWF/SWR 1994. "Target", Roman, Suhrkamp Verlag, 1998. "Das Herkules-Projekt", Roman, 2006. er gewann den Deutschen Science-Fiction-Preis 1996 und 2007 sowie den Kurd-Lasswitz-Preis 1998, 2000 und 2007.
Wolfgang Jeschke, geb. 1936 in Tetschen, CSR, aufgewachsen bei Stuttgart, hat in München Philosophie, Germanistik und Anglistik studiert. Von 1978 bis 2002 war er im Wilhelm Heyne Verlag als Lektor für die Reihe "Heyne Science Fiction" verantwortlich. Wolfgang Jeschke zählt zu den weltweit renommiertesten und erfolgreichsten Science-Fiction-Autoren und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter dreimal den Kurd-Laßwitz-Preis für den besten Roman, sowie 1987 den Harrison Award des internationalen Schriftstellerverbandes World SF. Jeschke veröffentlicht neben Romanen auch Erzählungen, Sachbücher und Hörspiele. Sein bislang letzter Roman, "Das Cusanus-Spiel", erschien 2005 im Droemer Verlag und 2008 als Knaur-Taschenbuch.
Haiko Lietz (32) ist Soziologe und Wissenschaftsjournalist und berichtet unter anderem über komplexe Systeme in Natur und Gesellschaft.
Dr. Harald Lesch (48) ist Professor am Institut für Astronomie und Astrophysik an der LMU in München und lehrt Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie SJ. Für seine Wissensvermittlung (u. a. Fernsehsendungen Alpha Centauri, Lesch & Co. und Vorträge) wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er ist Mitautor zahlreicher Sachbücher. Zurzeit moderiert er das ZDF-Magazin "Abenteuer Forschung".
Der 1948 in Österreich geborene Hans Moravec ist Professor für Robotik an der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh (Pennsylvania, USA). Bis 1999 hat er an insgesamt acht mobilen Robotern gearbeitet, den ersten mitgerechnet, den er als 10-Jähriger aus Blechdosen, Batterien, Glühlämpchen und einem Motor zusammenbastelte. Seit 2003 gehört er dem Roboter-Unternehmen SEEGRID Corporation an, das er mitbegründete und das sich der Entwicklung von völlig autonomen Robotern verschrieben hat.
Dr. Hans-Arthur Marsiske, geb. 1955, lebt und arbeitet in Hamburg als freier Autor und schreibt vorwiegend zu Themen aus den Bereichen Raumfahrt, Robotik, Film und Mediengeschichte.
Andrea Naica-Loebell, M.A., studierte in München Kommunikationswissenschaft, Geschichte und Politik. Sie lebt als freie Journalistin und Buchautorin in München. Für Telepolis schreibt sie regelmäßig über wissenschaftliche Themen.
Dr. Goedart Palm befasst sich mit den Themen Medien und Technik, insbesondere Virtualität, Cyberspace und Infowar. Er hat eine eigene Anwaltskanzlei. Jüngere Publikationen: CyberMedienWirklichkeit (2004), MedienTerrorKrieg (2002) (hrsg. mit Florian Rötzer).
Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n), zugleich Professor für Informatik, Universität Ulm, Präsident des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA), Berlin, Vizepräsident des Ökosozialen Forum Europa, Wien sowie Mitglied des Club of Rome.
Florian Rötzer, geb. 1953, studierter Philosoph und freier Autor sowie Publizist mit dem Schwerpunkt Medientheorie und Ästhetik. Seit 1996 ist er Chefredakteur des Online-Magazins Telepolis. Er gibt außerdem die Telepolis-Buchreihe im Heise-Verlag heraus und ist Autor zahlreicher Bücher.
Elmar Schenkel ist Professor für englische Literatur an der Universität Leipzig, wo er auch das Studium universale leitet. Er ist außerdem tätig als Schriftsteller, Übersetzer und Literaturkritiker. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Wechselbeziehung zwischen Literatur, Naturwissenschaft und Religion.
Der promovierte Physiker Gerhard Thiele gehört seit 1998 dem europäischen Astronautenkorps der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) an. Vom 11. bis 22. Februar 2000 (STS-99) nahm er an der erfolgreichen "Shuttle Radar Topography Mission" (SRTM) teil.
Rüdiger Vaas ist Philosoph, Publizist sowie Astronomie- und Physik-Redakteur des populärwissenschaftlichen Monatsmagazins "Bild der Wissenschaft".
Dr. Bernd Vowinkel ist seit 1981 Wissenschaftler am 1. Physikalischen Institut der Universität Köln mit den Arbeitsgebieten Mikrowellentechnik und Instrumentierungen für die Radioastronomie. Sein Werk "Maschinen mit Bewusstsein, wohin führt die künstliche Intelligenz?" bewertete ein Rezensent als ein "äußerst interessantes Buch, das zudem einfach und klar verständlich verfasst wurde."
Steven Weinberg ist Leiter der Theorie-Abteilung der Universität von Texas in Austin und dort Professor für Physik und Astronomie. Seine Arbeiten zur Elementarteilchenphysik wurden mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt. Für seine Beiträge zur vereinheitlichten schwachen und elektromagnetischen Wechselwirkung zwischen Elementarteilchen (Weinberg-Salam-Theorie) erhielt er 1979 den Nobelpreis für Physik. Populär wurde Weinberg auch durch sein Buch "Die ersten drei Minuten" über den Urknall.
Alan Weisman, vielfach ausgezeichneter Journalist, schreibt für zahlreiche Zeitschriften und ist Professor für Journalismus und Lateinamerikastudien an der Universität von Arizona. Er lebt in Tucson, Arizona. Der dem Buch "Die Welt ohne uns" zugrunde liegende Artikel "Earth without people" wurde für die renommierte Sammlung "Best American Science Writing 2006" ausgewählt, und 2007 erkor das "Time Magazine" Weismans Buch, das auch in Deutschland zum Bestseller wurde, zum Sachbuch des Jahres. Der vorliegende Beitrag ist ein Auszug aus besagtem Werk.
Maren Wernecke (Jahrgang 1975) studierte Biologie, Deutsch und Pädagogik an der Universität Konstanz, absolvierte die Hamburger Journalistenschule und arbeitet seitdem als freie Wissenschaftsjournalistin - inzwischen wieder am Bodensee.
Dr. Harald Zaun (46) arbeitet in Köln als freiberuflicher Wissenschaftsjournalist für Print- und Online-Medien (Die Welt, Frankfurter Rundschau, WAZ, HAZ, Telepolis.de, Spiegel-online, FAZ.NET u. v. a.). Als Sachbuchautor hat er an zahlreichen Buchprojekten mitgewirkt. Sein mit Prof. Lesch verfasstes aktuelles Werk "Die kürzeste Geschichte allen Lebens. Eine Reportage über 13,7 Milliarden Jahre Werden und Vergehen", das in mehrere Sprachen übersetzt wird, erscheint demnächst als Hörbuch im Lagato-Verlag, München.
Die Illustrationen von Frank R. Paul
Zeitlos für die Zukunft
Die Bilder dieses Telepolis Special stammen von Frank R. Paul (1884-1963), dem Pionier der Science-Fiction-Kunst. Auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung haben die fantasievollen, detailreichen Werke nichts von ihrer Faszination verloren.
Kann man eine Zeitschrift zum Thema Zukunft besser illustrieren als mit Science-Fiction-Bildern der Vergangenheit, die nach Jahrzehnten immer noch zeitgemäß und visionär wirken? Dieser Brückenschlag gelingt mit den Werken von Frank Rudolph Paul, die Titelseite und Artikel zieren.
Als der Herausgeber und Schriftsteller Hugo Gernsback 1926 die Heftreihe "Amazing Stories" gründete, war Frank R. Paul als Illustrator von Anfang an dabei. Mit dieser Publikation prägte Gernsback (1884-1967) nicht nur den Begriff Science-Fiction, sondern hat das Genre überhaupt erst geschaffen. Der Literaturpreis "Hugo Award" (eigentlich Science Fiction Achievement Award) geht auf diesen Wegbereiter zurück.
Aus diesen, zum Teil stark beschädigten Vorlagen entstanden nach aufwendiger Restaurierung die Illustrationen für das Telepolis special Zukunft. Die Originale sind meint nicht mehr auffindbar, die Vorlagen stammen von Scans der Jahrzente alten Pulp-Hefte.
Die "Amazing Stories" waren wie die anderen "Pulps" billig produzierte Heftchen, die aber zum ersten Mal die Zukunft in den Fokus rückten. Über drei Jahre lang, von 1926 bis 1929, stammte jedes Titelbild von Frank R. Paul, der zusätzlich Illustrationen für die Rückseite und für die Beiträge in den Heften gestaltet hat. Nach 1929 bebilderte Paul andere Magazine, darunter Wonder Stories, Science Wonder Stories und Science Fiction. Insgesamt hat er mehr als 220 Titelseiten gestaltet, sowie 60 Rückseiten und mehr als 600 Bilder fürs Heftinnere. Diese Zahlen stammen vom glühenden Paul-Verehrer Frank Wu, selbst Science-Fiction-Künstler, der alle bekannten Paul-Werke listet und viele davon auch abbildet.
Spektakuläre Vogelperspektiven wie der Blick von oben auf eine Großstadt, über der ein umgekipptes Schiff schwebt, sind selten, bei Paul überwiegt der konventionelle Blickwinkel. Die Bilder faszinieren wegen ihrer bis dato nicht gesehenen Inhalte wie Mensch-trifft-Alien und neuer Formgebung, zum Beispiel die von Robotern oder Raumschiffen. Paul legte viel Wert aufs Detail, fast in jedem Bild gibt es auch auf den dritten Blick noch etwas Neues zu erkennen, man kann regelrecht eintauchen. Paul erschuf Bilderwelten, wie es sie vorher nicht gegeben hat. Die flächendeckende Verbreitung der Pulp-Hefte half dabei, seine Bilder ins kollektive Gedächtnis zu brennen.
Natürlich sind die Themen oft plakativ und populistisch, schließlich wollten die Herausgeber ihre Hefte verkaufen. Auch die meist grelle Farbgebung musste sich dem Marketing unterordnen, die Hefte durften schließlich an den Verkaufsstellen nicht untergehen. Trotz dieser Vorgaben wiederholt sich Paul kaum, seine Fantasie schien grenzenlos.
Frank R. Paul war ein Kind seiner Zeit. Die abgebildete Technik zeigt meist Mechanik und robuste Elektronik. Doch immer dann, wenn Paul auf konventionelle Technikdarstellung verzichtete, gelangen ihm besonders eindrucksvolle Illustrationen, darunter das Auge mit Innenleben oder der Flug eines Menschen in einer virtuellen Welt.
Dass bei seinen Werken besonders Gebäude und Landschaften hervorstechen, mag an seiner Ausbildung als Architekt liegen, die er in Wien abschloss, wo er 1884 zur Welt kam. Um dem kaiserlichen Militärdienst zu entgehen, emigrierte er im Jahr 1909 in die Vereinigten Staaten. Seine Karriere als Illustrator begann 1913, dazu kamen einige Ausflüge in die Architektur. Er entwarf unter anderem das Johnson&Johnson-Gebäude in New Brunswick, New Jersey.
Während der Weltwirtschaftskrise arbeitete er auch als technischer Zeichner für Schiffswerften und veröffentlichte politische Cartoons. Später war er ausschließlich als Illustrator tätig und legte viel Wert darauf, als Freiberufler unabhängig zu bleiben. Paul starb 1963 in Teaneck, New Jersey.
Die Originale liegen bei zahlreichen, meist unbekannten Sammlern oder sind verschollen. Die Illustrationen in diesem Heft stammen deshalb notgedrungen von hochauflösenden Scans der Pulp-Hefte, von denen einige nach Jahrzehnten zerfallen und beschädigt sind. Diese Scans mussten wir aufwendig digital restaurieren. Ohne die Unterstützung der Angehörigen von Frank R. Paul wäre das Projekt wohl nicht gelungen.
Dieses Telepolis-Sonderheft zeigt, wie zeitgemäß die Kunst von Frank R. Paul wirkt. Uns hat verblüfft, wie gut die zum Teil über 80 Jahre alten Bilder mit den modernen Artikelinhalten korrespondieren. Zukünftige Generationen werden die Bilder womöglich anders interpretieren, weil sie die interstellare Raumfahrt und virtuellen Welten vielleicht aus eigener Erfahrung direkt mit Frank R. Pauls Vorstellungen messen können. Wie auch immer dieser Vergleich ausfällt - seine Bilder werden wohl auch dann noch faszinieren.
Preis (inkl. Umsatzsteuer, zzgl. Versand): EUR 8.50
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