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STERNSTUNDEN DER PHYSIK (CD) - Details

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STERNSTUNDEN DER PHYSIK (CD)
Artikel Nr. CDH003

Inhalt des Buches (nur einzelne Kapitel auf den CDs):

Vorwort
"Angesichts dessen glaube ich, daß wenn man den Widerstand der Luft ganz aufhöbe, alle Körper ganz gleich schnell fallen würden." Galileo Galilei (1564 - 1642)
"Wenn ich weiter gesehen habe, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand." Isaac Newton (1642/43 - 1727)
"Verwandle Magnetismus in Elektrizität!" Michael Faraday (1791 - 1867)
"War es ein Gott der diese Zeichen schrieb?" James Clerk Maxwell (1831 - 1879)
"Newton, verzeih mir!" Albert Einstein (1879 - 1955)
"Ein Akt der Verzweiflung." Max Planck (1858 - 1947)
"Ich werde sie Uranstrahlen nennen." Henri Becquerel (1852 - 1947)
"Ich weiß jetzt wie ein Atom aussieht!" Ernest Rutherford (1871 - 1937)
Im ersten Augenblick eine ungeheuerliche und für das Vorstellungsvermögen fast unerträgliche Zumutung." Niels Bohr (1885 - 1962)
"Wenn man beide Augen zugleich aufmachen will, dann wird man irre." Werner Heisenberg (1901 - 1976)
"Was ich brauche ist ein Stück Paraffin." Enrico Fermi (1901 - 1954)
"Ich habe die Atombombe nicht entworfen." Lise Meitner (1878 - 1968)
Literatur



Leseprobe Thomas Bührke: Sternstunden der Physik (nicht auf CD !)

"Wenn man beide Augen zugleich aufmachen will, dann wird man irre." Werner Heisenberg (1901-1976)

Es geht hoch her im Frühstücksraum des Luxushotels Metropole im Herzen Brüssels. In der letzten Oktoberwoche des Jahres 1927 findet sich hier allmorgendlich eine Gruppe von 28 Herren und einer Dame ein. Anders als die sonst üblichen Gäste des Hauses setzen diese sich jedoch nicht schweigend, den neuen Tag geruhsam beginnend, an ihre Tische. Ganz im Gegenteil: Schon nach kurzer Zeit kommen überall Gespräche auf, die alsbald dem gemütlich eingerichteten Zimmer das Flair einer geschäftigen Bahnhofshalle verleihen. An einem der Tische ist es stets besonders unruhig. Hier streiten heftig zwei Männer. Der eine von ihnen ist Anfang 40, hat streng zurückgekämmtes Haar und buschige Augenbrauen, der andere, einige Jahre älter, trägt Oberlippenbart und bereits stark ergraute, aber noch volle Haare, die bisweilen eigenwillig aus der Rolle fallen. Keine Geringeren als Niels Bohr und Albert Einstein sind die beiden Streithähne, die, umringt von einigen Kollegen, darüber diskutieren, ob "Gott würfelt oder nicht". Die Diskussion wird noch durch die internationale Zusammensetzung der Gäste erschwert: "Armer Lorentz als Dolmetscher zwischen den einander absolut nicht begreifenden Engländern und Franzosen ... Bohr mit höflicher Verzweiflung reagierend", berichtet später einer der Teilnehmer, Paul Ehrenfest, seinen Kollegen. Stein des Anstoßes ist die Arbeit eines gerade erst 25 Jahre jungen Mannes namens Werner Heisenberg. Er hat nur wenige Monate zuvor ein Naturgesetz entdeckt, das die gesamte Physik, ja die bisherige Grundanschauung der Vorgänge in der Natur im Fundament erschüttert. Man nennt es Unbestimmtheits- oder Unschärferelation. Hervorgegangen ist dieses revolutionäre Prinzip zunächst ganz abstrakt aus mathematischen Formeln. Eine kleine Ungleichung nur, deren physikalische Bedeutung beileibe noch nicht gänzlich klar ist. Eines zeichnet sich indes deutlich ab: Der alte Determinismus von Laplace, wonach alle Vorgänge in der Natur nach strengen mechanistischen Gesetzen ablaufen, scheint ausgedient zu haben - der Zufall spielt eine entscheidende Rolle. Und genau dies ist der Streitpunkt am Frühstückstisch des Hotels Metropole. Während Niels Bohr, Heisenbergs geistiger Lehrer aus Kopenhagen, die Unschärferelation als die neue Beschreibung aller Vorgänge in der Welt der Atome verteidigt, sucht Einstein nach Gedankenexperimenten, mit denen er glaubt, diese vertrackte Ungleichung ad absurdum führen zu können. Einstein akzeptiert zwar, daß die Quantenmechanik viele Versuchsergebnisse erklären kann, die bis dahin ein Rätsel waren, aber er kann es nicht mit seinem Weltbild vereinbaren, daß diese Theorie die Atome vollständig beschreibt und dennoch dem Zufall in der Natur einen Freiraum läßt. Die Konferenz wird von Ernest Solvay veranstaltet, einem reichen Industriellen. Vor dem Ersten Weltkrieg haben ihn die Physiker Walther Nernst und Hendrik A. Lorentz dazu überreden können, einen Teil seines Geldes für einen sinnvollen Zweck zu verwenden und eine Tagung auszurichten, auf der eine ausgewählte Gruppe von Physikern über die anstehenden Probleme diskutieren soll. Seit dem ersten Solvay-Kongreß im Jahre 1911 hat sich diese Veranstaltung zu einer Art Gipfelkonferenz der Physiker entwickelt. Für einen Forscher gilt es als große Ehre, zu diesem Treffen eingeladen zu werden. Die diesjährige Teilnehmerliste liest sich wie ein Who`s Who der damaligen Physik: Erwin Schrödinger, Max Born, Wolfgang Pauli, Paul Dirac, Max Planck, Louis de Broglie ... Heisenberg ist bis dahin der zweitjüngste Teilnehmer an einer Solvay-Tagung. Erst vier Jahre zuvor hat er in München seine Doktorprüfung abgelegt, wobei er um ein Haar wegen einer miserablen Vorstellung im Fach Experimentalphysik durchgefallen wäre. Zur Zeit der Konferenz ist er Assistent bei Bohr in dessen Kopenhagener Institut. Heisenberg erinnerte sich später an dieses Treffen sehr lebhaft: "Wir trafen uns meist schon am Frühstückstisch im Hotel, und Einstein begann ein Gedankenexperiment zu beschreiben, bei dem, wie er glaubte, die inneren Widersprüche der Kopenhagener Deutung sichtbar würden. Einstein, Bohr und ich gingen dann gemeinsam vom Hotel zum Konferenzgebäude, und ich hörte die lebhaften Diskussionen zwischen den beiden, in ihrer philosophischen Haltung so verschiedenen Menschen und warf gelegentlich eine Bemerkung über die Struktur des mathematischen Formalismus dazwischen. Während der Sitzung und noch mehr während der Pausen gingen auch wir Jüngeren, insbesondere Pauli und ich, daran, das Einsteinsche Experiment zu analysieren; und während der Mittagszeit gab es weitere Diskussionen zwischen Bohr und den anderen Kopenhagenern. Meist hatte Bohr am späten Nachmittag die vollständige Analyse des Gedankenexperiments fertig und trug sie Einstein beim Abendessen vor. Einstein konnte zwar sachlich gegen die Analyse nichts einwenden, aber er war in seinem Herzen nicht überzeugt." Paul Ehrenfest beschrieb seinen Kollegen sichtlich begeistert die Szene so: "Schachspielartig. Einstein immer neue Beispiele. Gewissermaßen ein perpetuum mobile zweiter Art, um die Ungenauigkeitsrelation zu durchbrechen. Bohr stets aus einer dunklen Wolke von philosophischem Rauchgewölke die Werkzeuge heraussuchend, um Beispiel nach Beispiel zu zerbrechen. Einstein wie der Teuferl in der Box: jeden Morgen wieder frisch herausspringend". Niels Bohr hat einmal auf Einsteins provozierenden Einwand, daß Gott nicht würfele, in seiner humorvollen Art mit den Worten gekontert: "Aber es kann doch nicht unsere Aufgabe sein, Gott vorzuschreiben, wie er die Welt regieren soll." Am Ende der Woche fühlte sich aber offenbar die Bohr-Heisenberg-Fraktion als Sieger, denn am letzten Tag schrieb der junge Physiker nach Hause: "Vom wissenschaft(lichen) Ergebnis bin ich in jeder Hinsicht befriedigt. Bohrs und meine Ansichten sind wohl allgemein angenommen worden, jedenfalls sind ernste Einwände nicht mehr gemacht worden, auch von Einstein oder Schrödinger nicht". Am Donnerstag, dem 5. Dezember 1901, um 16.45, kam Werner in der Heidingsfelder Straße 10 im vornehmen Würzburger Vorort Sanderau zur Welt. Der glückliche Vater, August Heisenberg, Gymnasiallehrer für alte Sprachen, strebte nach Höherem. Nur wenige Tage vor der Geburt des Sohnes hatte er einen Habilitationsvortrag an der Universität Würzburg gehalten und erhielt dort eine Privatdozentur. Zehn Jahre darauf war er der einzige Ordinarius Deutschlands für mittel- und neugriechische Philologie, In dieser Atmosphäre des gebildeten Bürgertums, wo man Bismarck und dem Reich die Treue schwor, wuchs Werner auf. Am Maximilian-Gymnasium in München, wohin die Familie umgezogen war, zeigte sich bald seine überdurchschnittliche Begabung für die Mathematik. Bereits mit dreizehn Jahren befaßte er sich, nach seiner eigenen Erinnerung, mit Infinitesimalrechnung, um die Physik seiner Spielsachen zu verstehen. In der mündlichen Abiturprüfung löste er sogar, sehr zur Begeisterung seiner Prüfer, die Newtonschen Bewegungsgleichungen mit diesem mathematischen Handwerkszeug, das heute erst ein Physikstudent im Grundstudium erlernt. Was ihn schließlich dazu brachte, Physik zu studieren, läßt sich nicht mehr genau nachvollziehen. War es der Mathematikunterricht, in dem ihm klarwurde, daß die Geometrie der physikalischen Wirklichkeit entsprechen konnte, war es die Erkenntnis des Galilei, wonach "das Buch der Natur in mathematischer Sprache geschrieben ist", oder war es die Lehre der griechischen Atomisten, auf die er in seinem Selbststudium gestoßen war? Tatsache ist jedenfalls, daß er auf Anraten seines Vaters 1920 zu Arnold Sommerfeld ging, einem angesehenen Atomphysiker, durch dessen Schule bereits eine erste Generation hervorragender Physiker gegangen war. Am Ende des Vorstellungsgesprächs nahm Sommerfeld den jungen Mann probeweise in sein Forschungsseminar auf mit den Worten: "Mag sein, daß Sie etwas können; mag sein, daß Sie nichts können. Wir werden sehen." (...)
Quelle: S. 184-188, Verlag C.H.BECK oHG

VON GALILEI BIS EINSTEIN

nach dem Buch von Thomas Bührke (Verlag C.H.Beck):
Die Geschichte der Physik kennt keine Entdeckungen aus dem Nichts, was Newton mit den bekannten Worten beschrieb: "Wenn ich weiter gesehen habe, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stehe." Andererseits spielten bei den großen Entdeckungen nicht selten Intuition und Zufall eine entscheidende Rolle. Newton verfiel auf die Idee von der Gravitation, als ein Apfel vom Baum fiel. Becquerel entdeckte die Radioaktivität, weil die Sonne nicht schien, und Einstein hatte einen entscheidenden Geistesblitz, als er sich vorstellte, was ein Mensch verspüren mag, wenn er vom Dach eines Hauses fällt. So erzählt Thomas Bührke hier nicht von den großen Momenten in der Physik und ihrer Bedeutung für unser Verständnis von der Welt, sondern entwirft zudem ein anschauliches Bild von den Menschen, ihrer Hoffnungen und Zweifeln, denen wir jene Sternstunden der Physik verdanken. Ungewöhnliche Leistungen des Intellekts und der Willenskraft, für die nicht wenige in ihrem Leben einen hohen Preis zahlen mußten.

Galileo Galilei (1564 - 1642)
Isaac Newton (1642/43 - 1727)
Michael Faraday (1791 - 1867)
James Clerk Maxwell (1831 - 1879)
Albert Einstein (1879 - 1955)
Max Planck (1858 - 1947)
Henri Becquerel (1852 - 1908)
Ernest Rutherford (1871 - 1937)
Niels Bohr (1885 - 1962)
Lise Meitner (1878 - 1968)

Sprecher: Anja Buczkowski, Achim Höppner
4 CD´s - Spieldauer: ca. 270 Minuten

Preis (inkl. Umsatzsteuer, zzgl. Versand): EUR 29.95

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